Wenn Sie einen Virus auf dem Handy erkennen möchten, achten Sie zuerst darauf, woher die Warnung kommt. Warnungen vor schädlichen Apps kommen unter Android zum Beispiel von Google Play Protect. Der Schutz ist integriert und standardmäßig eingeschaltet. Eine Meldung auf einer Webseite ist etwas anderes. Apple warnt ausdrücklich: Pop-ups über angebliche Viren oder Sicherheitsprobleme sind meist betrügerische Werbung. Solche Pop-ups sollen Sie dazu bringen, schädliche Software zu installieren, persönliche Daten preiszugeben oder Geld zu zahlen.
Virus-Warnung auf dem Handy: So erkennen Sie Fälschungen
- Sie erscheint beim Surfen. Ein Pop-up oder ein neuer Tab behauptet, Ihr Gerät sei infiziert. Typisch ist auch „Ihr Handy wurde gehackt“, mitunter zusammen mit dem Namen Apple oder Google. Das kann auf jedem Android-Handy passieren: Eine Virus-Warnung auf dem Samsung-Handy ist deshalb nicht automatisch eine Meldung des Systems.
- Sie drängt zur Eile. Verlangt wird, sofort eine Schaltfläche anzutippen, einen angeblichen „Cleaner“ oder eine Antivirus-App zu installieren oder eine Telefonnummer anzurufen. Eine solche Aufforderung ist kein Grund, der Seite zu vertrauen.
- Sie kommt als Benachrichtigung. Eine Webseite, der Sie früher Benachrichtigungen erlaubt haben, kann Ihnen weiterhin Meldungen schicken. Das kann wie eine Warnung des Handys aussehen. Chrome warnt vor manchen täuschenden oder unerwünschten Benachrichtigungen.
- Sie steht im Kalender. Auf dem iPhone können Spam-Termine aus einem Kalender stammen, den Sie versehentlich abonniert haben. Ein bedrohlich formulierter Kalendereintrag ist kein Nachweis für Schadsoftware.
Apple weist außerdem darauf hin, dass manche Pop-ups gefälschte Schließen-Schaltflächen haben. Tippen Sie deshalb nichts innerhalb der Warnung an – auch kein vermeintliches Kreuz zum Schließen. Schließen Sie stattdessen den Browser-Tab.
Handy gehackt? Was tun bei einer Virus-Meldung?
- Tippen Sie nicht auf die Warnung. Rufen Sie die angegebene Nummer nicht an und installieren Sie nichts, was die Meldung Ihnen anbietet.
- Schließen Sie den betroffenen Tab. In Safari können Sie alternativ eine neue Adresse oder einen Suchbegriff in die Adressleiste eingeben, ohne mit dem Pop-up zu interagieren.
- Falls Sie auf der Seite ein Passwort eingegeben haben, ändern Sie es sofort. Haben Sie Kartendaten angegeben, kontaktieren Sie Ihre Bank.
- Kehren die Warnungen zurück, prüfen Sie die mögliche Ursache. Die folgenden Abschnitte zeigen die Schritte für Android und iPhone getrennt – Sie müssen nur den Abschnitt für Ihr Gerät durchgehen.
Virus vom Handy entfernen: so geht es unter Android
Google nennt mehrere Anzeichen für unerwünschte Software: Pop-ups und neue Tabs verschwinden nicht, Startseite oder Suchmaschine ändern sich wiederholt, oder der Browser leitet Sie auf unbekannte Seiten und Werbung um. Auch Warnungen über ein angeblich infiziertes Gerät gehören dazu. Diese Symptome allein beweisen keinen Virenbefall. Wenn Sie einen möglichen Virus vom Handy entfernen möchten, suchen Sie zunächst nach einer kürzlich installierten App als Ursache:
- Starten Sie das Handy im abgesicherten Modus. Halten Sie dafür die Ein-/Aus-Taste gedrückt, berühren und halten Sie anschließend „Ausschalten“ und bestätigen Sie. Unten auf dem Bildschirm erscheint „Abgesicherter Modus“. Laut Google kann der genaue Ablauf je nach Handy abweichen.
- Entfernen Sie kürzlich heruntergeladene Apps einzeln. Starten Sie das Handy nach jeder entfernten App normal neu und prüfen Sie, ob die Störung verschwunden ist. So lässt sich eingrenzen, welche App dahintersteckt.
- Prüfen Sie, ob Play Protect eingeschaltet ist. Öffnen Sie den „Google Play Store“, tippen Sie auf Ihr „Profilbild“ und gehen Sie zu „Play Protect › Einstellungen“. Aktivieren Sie „Apps mit Play Protect scannen“.
Kommen die Warnungen als Chrome-Benachrichtigungen, entziehen Sie der betreffenden Webseite die Erlaubnis. Öffnen Sie die Seite, tippen Sie auf das Symbol links neben der Adresse und anschließend auf „Berechtigungen › Benachrichtigungen“. Sie können Benachrichtigungen auch für sämtliche Webseiten abschalten. Den entsprechenden Bereich finden Sie unter:
Chrome auf Android- Einstellungen
- Website-Einstellungen
- Benachrichtigungen
Virus auf dem iPhone: Was meist dahintersteckt
Apple führt jede Drittanbieter-App in einer eigenen abgeschotteten Umgebung aus, einer sogenannten Sandbox. Sie soll verhindern, dass Apps Daten anderer Apps auslesen oder verändern und Änderungen am Gerät vornehmen. Hinter einer iPhone-Virus-Meldung steckt meist ein Safari-Pop-up oder Kalender-Spam. Gehen Sie zum Aufräumen so vor:
- Öffnen Sie „Einstellungen › Apps › Safari“ und tippen Sie auf „Verlauf und Websitedaten löschen“.
- Lassen Sie im selben Bereich „Pop-ups blockieren“ und „Betrugswarnung“ eingeschaltet.
- Tippen Sie in der Kalender-App auf den Spam-Termin und wählen Sie „Ereignis löschen“ oder bei einem unbekannten Kontakt „Spam melden“. Stammt der Termin aus einem abonnierten Kalender, tippen Sie auf „Kalender“, dann auf die Info-Schaltfläche daneben und auf „Abo beenden“.
- Prüfen Sie unter „Einstellungen › Allgemein › VPN und Geräteverwaltung“, ob dort ein unbekanntes Profil liegt, und löschen Sie es. Manche betrügerischen Downloads fordern zur Installation solcher Profile auf, die anschließend das Gerät steuern können. Wenn Sie Seawall verwenden, behalten Sie das Seawall-Profil.
- Installieren Sie das neueste iOS-Update, damit Ihr iPhone auf dem aktuellen Softwarestand ist.
Brauchen Sie einen Virenschutz für das Handy?
Auf Android ist Google Play Protect bereits integriert und standardmäßig aktiv. Es prüft Apps aus dem Play Store vor dem Herunterladen und sucht auf dem Handy auch nach potenziell schädlichen Apps aus anderen Quellen. Bei einem Fund warnt es Sie und kann schädliche Apps deaktivieren oder entfernen. Laden Sie Android-Apps aus dem Play Store herunter. Auf dem iPhone empfiehlt Apple den App Store als sichersten Weg, Apps zu beziehen.
Installieren Sie keinen „Cleaner“ und keine Antivirus-App, nur weil ein Pop-up Sie dazu auffordert. Genau dazu sollen falsche Warnungen Sie verleiten. Eine alarmierende Anzeige ist keine verlässliche Empfehlung für eine Schutz-App.
Wie ein DNS-Filter bei falschen Warnungen helfen kann
Falsche Viruswarnungen sind meist Werbung oder Betrugsseiten. Ein DNS-Filter wie Seawall gleicht jede vom Handy angefragte Adresse mit Listen für Werbung, Tracker, Schadsoftware und Betrug ab. Bekannte Werbe-, Tracker- und Betrugsadressen kann er in jedem Browser und jeder App blockieren. Seawall untersucht und entfernt jedoch keine Apps. Lassen Sie deshalb Play Protect eingeschaltet und halten Sie Ihr Handy aktuell. Unter Android erfolgt die Einrichtung über „Privates DNS“, wie die Anleitung für Android zeigt. Auf dem iPhone verwenden Sie das Seawall-Profil; die Schritte finden Sie in der Anleitung für iPhone und iPad.